Bernds Kolumne zur aktuellen Wetterlage

Hier gibt es mehr zum Thema Feldwirtschaft

Erntebericht oder Anti-Wasserstands-Meldung?

Liebe Kundinnen und Kunden,

Wie soll man noch darauf reagieren, was uns das Wetter so beschert?

Sicher können Landwirte immer jammern, aber so wie die aktuellen Ausschläge auf dem Thermometer sind – mit gleichzeitig leerem Regenmesser – macht es mich persönlich schon verrückt, wenn schöner Regen angesagt ist, aber die Wolkenbänder wie abgeschnitten am Wetterbusch bei Wilsdruff aufhören mit regnen. Auch im Winter wurde der Wasservorrat kaum aufgefüllt.

Das Erste, was uns im Urlaub in den Masuren auffällt, sind gesunde, dichte und grüne Wälder. Das macht stutzig.

Grundsätzlich hat es für das Getreide trotzdem gereicht, und wir haben vernünftige Mengen eingefahren. Beim Grünland bzw. den Viehweiden ist das saftige Grün aber einfach mit dem Mai verschwunden, und es beginnt die Steppenbeweidung. Keine 20 km von uns entfernt: sattes Grün und Gejammer über die Nässe Anfang Juli.

Eine bessere Verteilung wäre schön, können wir aber nicht beeinflussen.

Zum Glück haben wir Luzerne im Anbau, die – wenn sie einmal etabliert ist – immer volles Grün hervorbringt. Auf der Futterfläche vor dem Hof ist aktuell Rotklee fruchtfolgebedingt die Zielkultur. Leider bringt er uns ohne Wasser eben keinen Ertrag. Schade, aber nicht zu vermeiden.
Im Obstbau verteilt sich die Erwartung gegenüber dem letzten Jahr anders: wenig Äpfel, der Rest aber sehr schön.

Wer hätte das gedacht?

Wir können sicher vieles beeinflussen, aber nicht alles. Die Landwirtschaft bleibt immer ein Labor unter freiem Himmel.

Der freie Himmel ist es aber, der die Kollegen quält und stresst. Mein Dank an alle, die voll durchziehen und den Betrieb am Laufen halten. Es nutzt ja nix – Heu, Getreide, Obst ud Gemüse müssen rechtzeitig geerntet werden, um die Qualität erhalten zu können.

Selbst solche Randprodukte wie Holunderbeeren kommen jetzt schon in die Verarbeitung. Da weiß man, welche Temperatursummen erreicht sind, wenn Anfang August – also vier Wochen eher als sonst üblich – die Beeren reif sind.
So wünsche ich allen weiterhin ein gutes Überstehen der Hitze und genügend Abkühlung.
Euer Bernd

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