Bernd Probst Siegel Verbände_Vorwerk Podemus_WEB

Hier gibt es mehr zum Thema Feldwirtschaft

Siegel, Verbände, Zertifikate – Was alles für Qualität sorgen soll

Liebe Kundinnen und Kunden,

Kaum ein anderer Wirtschaftszweig bietet eine solche Flut an Zertifikaten wie der Lebensmittelbereich, insbesondere im
Öko-Segment. Für Verbraucher ist das kaum noch zu überblicken.

Was unterscheidet einzelne Standards eigentlich? Gibt es überhaupt echte Unterschiede? Was wird kontrolliert und wie?

Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Entstehung der Verbände und ihre Entwicklung. Jeder Verband – ob regional oder philosophisch geprägt – hat seine Wurzeln in der Gemeinschaft Gleichgesinnter. Gegründet wurden sie stets von Landwirten, die diese Gemeinschaft abseits des Mainstreams suchten, mit dem Ziel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu fördern. Da es damals keine staatlichen Vorgaben gab, entwickelten die Vereinigungen ihre eigenen Richtlinien und schufen durch ihre Siegel letztendlich Vertrauen bei den Kunden.

Diese Werte sind bis heute das Fundament der Verbände.

Doch Idealismus war schon immer Teil der »Bezahlung – doch inzwischen entstanden Strukturen, die finanziert werden müssen. So wurden immer mehr Lizenzmodelle mit immer mehr Handelspartnern entwickelt.

Verbands-Rivalitäten waren vorprogrammiert. Wo Geld im Spiel ist, sind alle Mittel recht.

Ein konstruktiver Dialog ist schwierig, gegenseitige Anerkennung von Rohwaren noch komplizierter. Eine kaum zu ertragende Bürokratie hat sich freiwillig etabliert, und jeder mischt fleißig mit. Die Erzeuger stehen längst nicht mehr im Mittelpunkt – von echtem Umweltschutz, wie einem Aufbereitungsverbot beim Mähen zum Schutz von Insekten, ganz zu schweigen. Es ist schlichtweg erschreckend, was alles durch die »Verbandsfürsten« passiert.

Aktuell werden neue Allianzen geschmiedet: wer mit wem?-aber immer einer nicht!

Um die Sache selbst geht es dabei kaum. Stattdessen dominieren sinnlose bürokratische Qualitäts-Sicherungsformen. Aufs Feld schaut niemand. Vielleicht wäre es das Beste, wenn alle deutschen Biobauern am selben Tag ihre Verbandsmitgliedschaften kündigen würden – damit etwas Echtes neu entstehen kann. Oder aber die Verbände besinnen sich auf ihren Kern: Beratung, Betreuung und politische Vertretung.

Solange mehr als ein Verband nach politischer Mitbestimmung ruft, bleibt ihre Wirkung gering.

Wir als Landwirtschaftsbetrieb sind traditionell Mitglied bei Gäa und seit einigen Jahren zusätzlich beim Biokreis – aufgrund der damals proklamierten Fachhandelstreue. Leider hat der Biokreis zuletzt merkwürdige Entwicklungen genommen und nicht zuletzt die Treue zum Bio-Fachhandel aufgeweicht.
Ohne unsere eigenen Anforderungen an sinnvollen, nachhaltigen und langfristigen Naturschutz im Ökolandbau, die weit über EU-Richtlinien hinausgehen, außer Acht zu lassen, verlassen wir zum 01.01.2026 den Biokreis-Verband und sind nur noch mit unserer Urproduktion im Gäa-/Bioland-Verband vertreten.

Inhaltlich ändert sich nichts: Wir betreiben weiterhin leidenschaftlich Ökolandbau aus tiefster Überzeugung mit reinem Herzen, um unserem Anspruch gerecht zu werden.

Spaß und Herausforderung gehören zum Tagesgeschäft und bisschen weniger Papierkram wäre dabei durchaus willkommen

Euer Bernd

News­letter

Erhalte regelmäßig unsere Angebote und die neuesten Events direkt per Email. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.